pratique du magnétisme professionnel

China 1989 und weitere Reisen

Während eines halbjährigen Studienaufenthaltes in China erlernte Bernard die Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin, insbesondere die Anwendung der Akupunktur mit der damit verbundenen Energielehre der Meridiane. Der Studienaufenthalt kam im Rahmen eines Austauschprogramms französischer und chinesischer Institutionen zustande mit dem Ziel, die alternativen Heilkünste des jeweilig anderen Landes auf professionellem Niveau auszutauschen.

 

Bernard erzählt dazu folgendes: "In China war ich 1989, ein halbes Jahr. Ich lernte die traditionelle chinesische Medizin am Central Hospital in Shanghai kennen. Das ist ein Krankenhaus von der Größe einer kleinen Stadt. Ich konnte in jeder Abteilung lernen. Im Austausch arbeitete ich energetisch mit meinen Händen, begleitend zu Operationen und anderen Anwendungen."


"Die Erfahrung in China hat meine Arbeit verändert. Ich lernte die Akupunktur und Akupressur kennen, welche ich daraufhin in meine eigene Arbeit integrierte. Es klingt unglaublich, aber die Chinesen kennen rund 9000 energetische Punkte im Körper – und was sie auszulösen bzw. zu heilen vermögen. Ich habe die 1000 wichtigsten identifizieren können, aber um den gesamten Kosmos der TCM kennenzulernen, bedürfte es eines ganzen Lebens."

 

"Ich habe in dem Hospital gesehen, wie Frauen mit Uteruskrebs behandelt werden. Sie werden mit Akupunkturnadeln behandelt. Solange, bis der Tumor verkalkt und sich vom übrigen Gewebe ablöst. Erst dann wird er bei Bedarf entfernt. Die Chinesen sind sehr offen, was Erfahrungen anderer betrifft. Die Ärzte fühlen sich als ewig Lernende, und der Patient ist für sie wichtiger als der Arzt. Der Klinikleiter bat mich, nach Ablauf des halben Jahres zu bleiben. Aber ich war noch recht jung und wollte noch viel von der Welt sehen. Also bin ich nach Europa zurück gegangen."


Kalifornien 1987

Bernard Mustière, der sich inzwischen, auf aufgrund seine Tätigkeit in China, zum Dozenten des Feng Shui in Frankreich entwickelt hat und in Magnetismus-Kreisen und Zirkeln der alternativen Heilung ein beliebter Vortragsgast, wurde auch nach Amerika eingeladen. 


Er berichtet über seinen Aufenthalt dort: "In Amerika gibt es diese zwei Seiten. Man fährt auf einem breiten Highway langsam seines Weges, die Sonne scheint, das Radio spielt und alles ist gut. Dann beobachte ich im Rückspiegel ein rotierendes Blaulicht. Ich fahre weiter. Aber das Licht bleibt hinter mir. Ich fahre weiter. Und schließlich ertönt mehrfach dieser typische, jaulende Alarmton, wie wir ihn aus amerikanischen Filmen kennen. Schließlich denke ich mir, dass ich gemeint sein muss, obwohl ich mir keinen Reim darauf machen kann. Ich fahre rechts an die Straßenseite und halte an. Und dann wird aus dem amerikanischen Traum ein Albtraum. 

 

Ein großer, breiter Sheriff steigt aus. Er hat tatsächlich so einen Sheriff-Stern an der Brust und ich muss lachen. Das scheint er nicht zu mögen und wird barsch. Ich will was sagen, möchte die Tür öffnen, höflich wie man ist als Europäer. Aber er schnauzt mich nur an, shut up!, greift in meinen Hemdkragen, ich muss die Hände hochhalten, aussteigen, werde nach Waffen untersucht, alles, während sein Partner mit vorgehaltener Pistole auf mich zielt. Dann muss ich die Arme hinter den Rücken bewegen und es macht Klick. 

 

Wenig später finde ich mich in irgendeinem Provinzknast wieder. Wie lautete der Vorwurf? Zunächst war ich eine Meile zu schnell gefahren. Dann ergriff ich Fahrflucht, weil ich ja auf die blaue Lampe nicht reagiert hatte, und schließlich leistete ich Widerstand gegen die Staatsgewalt, weil ich es gewagt hatte, meine Tür zu öffnen. Alles in allem kam ich unter Zahlung einer Strafe von 600 Dollar wieder frei. Dumm nur, dass ich sie nicht bei mir hatte. Ich musste jemanden bezahlen, dass er sie mir von American Express bringt. Das kostete noch mal 100 Dollar… 

Warum war ich eigentlich hier? Nun, das ist wieder die andere Seite Amerikas. In San Pedro bei Los Angeles, direkt am Pazifischen Ozean, gibt es eine Hochschule für alternative Heilkunst. Dort war ich eingeladen worden, für ein Semester zu dozieren. Es machte Spaß, es gab viele ehrlich Interessierte und Talentierte. Insgesamt zählte die Schule 9000 Studenten. Das sind amerikanische Dimensionen! Wenn nur die Aggressivität auf der Straße nicht gewesen wäre. Die Straßen von Paris – und die Flicks - sind friedlich dagegen. Aber die Sonne scheint fast immer über San Pedro. Fast so wie in Marseille.


Australien

Die Anreise war lang. Es ging von Baden Baden über Zürich nach Malaysia. Dort blieb ich drei Tage, ehe ich den Flug nach Brisbane bekam, um schließlich nach Perth zu gelangen. Ich war dort auf Einladung eines vermögenden Schweizers, der Verwandtschaft down under hatte. 


Australien ist erstaunlich – die Krankenkassen zum Beispiel zahlen dort alles, Hypnose, Homöopathie, Geistheilung. Es gibt dort eine große Offenheit gegenüber alternativen Heilmethoden, und im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, auch offizielle Anerkennung. Aber beinahe hätte ich von all dem gar nichts mitbekommen.


Am Flughafen wurde ich von einem Zöllner aufgehalten. Australische Beamte mögen Franzosen nicht, weil unsere Große Nation noch größere Atombomben vor ihrer Haustür abwirft und ganze Inseln damit in die Luft jagt. Darum sah sich dieser grimmige Beamte jeden Stempel in meinem Pass ganz genau an und erklärte schließlich, dass mein Visum ungültig sei und dass noch das Papier xy fehle und so weiter. Kurzum - ich müsse wieder zurück, dorthin, wo ich hergekommen sei. Ich dürfe die internationale Zone nicht verlassen und keinen australischen Boden betreten. 


Ein Mann, der ein Schild mit meinem Namen in der Hand hielt, rettete mich. Er klärte den Papierkram und bugsierte mich durch eine große Ansammlung von Touristen und dann verschwand ich aus dem Blickwinkel des Zöllners und fand mich wieder in einer weißen Stretchlimousine, wo ich auf einer Rücksitzbank, so breit wie das Sofa meiner Oma, Platz nahm. Ganz allein... und - gerettet! 


Ich hielt dort, organisiert von einer großen Stiftung, einen Vortrag über die Heilung mit Energie, und im Auditorium waren rund 1000 Australier versammelt, um mich zu hören. Ich muss zugeben, dass ich nervös war. Aber schließlich, als mein Vortrag beendet war, gab es Beifall. Viel Beifall. Und ich meine nicht nur das Klatschen mit Händen und das Trampeln mit den Füßen. Es war vor allem die Energie, die einfach umwerfend war. Stellen Sie sich das vor – die positive Energie von 1000 Menschen, die einen überflutet. Ich bekam eine Ahnung, wie sich Fußballspieler im Stadion fühlen müssen. Wenn sie ein Tor schießen. 


Und in Australien war es auch, wo ich das größte Steak meines Lebens zu Essen bekam. Ich schätze, es war in halbes Kilo bestes Rindfleisch, mindestens. Dazu ein prächtiger Salat. So lässt es sich leben! Wir Franzosen lieben gutes Essen und fühlen uns überall zu Hause, wo es gutes Essen gibt.